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4. Mai bis 8. Juni 2014

CV / Text

"Lieux communs"     

Hinterglasmalerei

Wir freuen uns, Ihnen in unserer Ausstellung die neuesten Arbeiten von Yves Siffer zeigen zu dürfen. Siffer wurde 1950 geboren; er lebt und arbeitet heute in Neubois, im Elsass. Auffallend bei Yves Siffer ist seine Maltechnik: nämlich die Hinterglasmalerei. Diese Technik erfordert ein komplettes Umdenken. Was in der klassischen Malerei zuletzt appliziert wird, kommt zuerst auf die Rückseite des Glases. Der gesamte Malprozess ist somit vom Ablauf her und auch räumlich umgekehrt.

Von der Volkunst zur zeitgenössischen Malerei
Ursprünglich wurde die Hinterglasmalerei in der Volkskunst  angesiedelt. Ihre Hochblüte erlebte sie im 18. und 19. Jahrhundert, vor allem mit der Darstellung von Heiligen. Yves Siffer, ein Autodidakt, hat die Hinterglasmalerei mittlerweile zur Perfektion gebracht, ihr eine neue Dimension verliehen. Sein Stil ist unverkennbar. Obwohl Siffers Bilder heute nichts Volkstümliches mehr haben, schöpft der Künstler stets noch aus der selben ursprünglichen Quelle, nämlich aus seiner Umgebung. Seien dies nun Darstellungen von Landschaften, Strassenzügen oder Stillleben, immer ist ein unmittelbarer Bezug zu seinem persönlichen Umfeld ablesbar.

Die Poesie von Werktags-Landschaften
Der Titel der aktuellen Ausstellung "Lieux communs" impliziert deren Hauptsujets, nämlich alltägliche Orte, Orte im Elsass und aus Basels Umgebung. Siffer legt hierbei ein Augenmerk auf verlassene Bahnhöfe in der Nacht, Industriebrachen sowie Szenen des Basler Rheinhafens. Urbane Landschaften, die einst sehr belebt heute menschenleer eine gewisse Melancholie ausstrahlen. Dennoch meint man als Betrachter das Rattern der vorbeifahrenden Züge, den Lärm von Krahnen oder das sonore Brummen der Schleppkähne zu hören. Siffer versteht es diesen urban industriellen Landschaften eine subtile Poesie zu verleihen.
Eine überaus sehenswerte Ausstellung eines Künstlers, der in der Selbstdarstellung bescheiden, doch grosse Beachtung verdient.