Gartengasse 12
Postfach 537
CH - 4125 Riehen

Tel/Fax +41 (0)61 641 09 09
galerie@galerie-lilianandree.ch

Öffnungszeiten:

Mittwoch bis Freitag: 13 – 18h
Samstag: 11 – 17h
Sonntag: 13 – 17h

Text

Malerei und Skulptur

vom 13. November 2022 bis 15. Januar 2023

Der Maler Laurent Reypens wurde 1954 in Wessterlo, Belgien, geboren, wo er heute noch lebt und arbeitet. Er absolvierte seine Studien an der Kunstakademie von Mechelen und Antwerpen. Seit Anbeginn seiner Tätigkeit als Maler beschäftigt er sich mit der Darstellung der Schüssel, einem der ersten Gebrauchsgegenstände des Menschen.

Reypens geht es dabei nicht um funktionale Inhalte oder die Vielfalt der Schüssel. Er beschränkt sich auf die stets gleiche Schüssel von Royal Boch, ein Industrieprodukt, mit einer ebenso ehrlichen wie universellen Gestaltung. Sie besteht aus Steingut, hat eine glatte weisse Glasur; die ist halbrund und steht auf einem kleinen Fuss. Reypens rückt diesen alltäglichen und unprätentiösen Gegenstand ins Zentrum seines Schaffens. Er erhält somit eine ungeahnte Prominenz. Indem Reypens Schüsseln in unzähligen Varianten serienweise auf seine Gemälde bannt, verleiht er ihnen Dynamik und Kraft. Dennoch strahlen diese vielfältige Stapelungen eine Ruhe aus, die den Betrachter in eine kontemplative Stimmung  zu versetzen vermögen.

Das subtile gesetzte Licht und die weichen Schatten verleihen den Gruppierungen von Schüsseln eine ungeahnte Körperlichkeit. Gleichzeitig benutzt Reypens, einem Regisseur gleich, Licht, Schatten und Farbe, um eine ihm eigene Stimmung auszudrücken. Bezeichnend ist die ausschliessliche Verwendung der Unterseite der Schüssel auf seinen Bildern. Einerseits steckt in der schmaleren Fusslinie mehr grafischer Reichtum, anderseits bestätigt er so die Negation des Gebrauchsgegenstands. Ebenso werden wegen der dichten Stapellungen die Schüsseln nie als Ganzes dargestellt, sondern immer nur kleinere oder grössere Fragmente. Dies trägt zu einer Abstraktion und damit zu einer Modernität in der Ausdrucksform bei. (rz)

In letzter Zeit bringt Reypens seine Bildsprache auch dreidimensional zum Ausdruck. So kreiert er Plastiken, deren Protagonist die vielbesagte Schüssel ist. Waren es dereinst monumentale, meterhohe Skulpturen, so sehen wir heute kleine Bronzeskulpturen in unterschiedlichsten, teilweise surrealistischen Kompositionen, die beim Betrachter ein leises Schmunzeln hervorrufen. Reypens’ Kreativität, die er mit diesem Alltagsgegenstand zutage legt, scheint keine Grenzen zu kennen.