Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Jazz- und liebe Fotografie-Begeisterte,
Zum ersten Mal in meinem über 50 Jahre dauernden Berufsleben als Gestalter zeige ich mit der Ausstellung «Soul of Jazz – Women on Stage» Arbeiten, deren Auftraggeber ich selbst bin. Und an sich selbst hat man, bekanntlich die höchsten Anforderungen. In meinem Fall, sind es in erster Linie technische und formale Anforderungen, die ich mir selbst auferlege.
Das Projekt, Jazzkonzerte live zu fotografieren, läuft nun im Rahmen der offbeat Konzerte schon seit fünf Jahren. Dabei ist die Authentizität des Augenblicks mein oberstes Prinzip: Die Ausschnitte bleiben so, wie ich sie vor Ort gewählt habe; Effekte, wie Lichtreflexe, werden nicht künstlich konstruiert, sondern sind alle live und im Rahmen des gleichen Konzerts aufgenommen. Zwar sind meine Portraits und Bühnenaufnahmen nicht «Reportage», und doch sind sie auch nicht reine künstlerische Fiktion: Was ich zeige, habe ich genau so gesehen, gehört und empfunden, als ich in der ersten Reihe gesessen bin.
Dieser Fokus auf Authentizität ist keine Marotte, sondern ist geboren aus einem inneren Konflikt, der mir als Fotograf in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer mehr zu schaffen macht. Die Möglichkeiten der Bildbearbeitung sind geradezu explodiert, und das fasziniert mich. Gleichzeitig ist, wenn alles möglich ist, auch kaum mehr etwas echt. Die «digitale Dunkelkammer» setzt mir heute keine technischen Grenzen mehr. Deshalb ist meine grösste Herausforderung als Fotograf im Jahr 2026, mich an das zu halten, was mein Auge sieht, was ich fühle und erlebe.
Meine Sujets über die Jahre waren vielfältig. Für die Ausstellung «Soul of Jazz – Women on Stage», die vom 2. März bis 12. April 2026 in der Galerie Lilian Andrée in Riehen (Vernissage ist am Sonntag den 1. März 2026 um 13.00 Uhr) gezeigt wird, habe ich mich aber an ein für mich ganz besonderes Thema gewagt. Es bewegt mich persönlich schon seit meinen eigenen Anfangszeiten als junger Jazzmusiker: Die emotionale Kraft von Jazz-Künstlerinnen.
Die Geschichte der Frauen im Jazz ist komplex, und sicherlich noch nicht an ihrem Ziel angelangt. Noch immer sind Künstlerinnen, mit Ausnahme der Domäne des Gesangs, in der Branche unterrepräsentiert. Gleichzeitig aber gab es schon immer aussergewöhnliche weibliche Jazzgrössen, deren Talent und Musik es Wert sind, im Spotlight zu stehen.
Die für die Ausstellung gewählten Fotografien sind bewusst im Grossformat reproduziert. Sie erlauben es die Intimität nachzuempfinden, die entsteht, wenn grossartige Künstlerinnen «on stage» mit ihrem Publikum in Beziehung treten. Es sind im wahrsten Sinne Momentaufnahmen, und ich hoffe, dass Sie die Werke nicht nur sehen, sondern auch fühlen – und vielleicht sogar hören – können.
Jean Jacques Schaffner | jjsscc







































