„RUNDE ECKE“
vom 6. September bis 8. November 2026
In ihrer aktuellen Ausstellung präsentiert die Riehener Galerie Lilian Andrée die neuesten Arbeiten von Constantin Jaxy. Er wurde 1957 in Bremen geboren. Von 1977 bis 1983 absolvierte er sein Kunststudium an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Von 1985 bis 1986 studierte er an der Königlichen Akademie für Bildende Künste in Den Haag. Heute lebt und arbeitet Jaxy als freischaffender Künstler bei Bremen.
Jaxys Werke kennzeichnet die Affinität zum Technischen und Architektonischen, er ist fasziniert von der Konstruktion – ob dies nun reale, gebaute Architektur ist, ob es technische Gebilde sind, wie Kräne am Hafen oder eine Achterbahn, oder ob es das Verwirrspiel des überdehnten Schattenwurfs eines Baugerüstes ist, das in der Dynamik bühnenbildartige Wirkung erreicht.
Die Umsetzung seiner Wahrnehmung ist vielgestaltig: er zeichnet, malt, druckt, stellt Objekte und Skulpturen her, realisiert Installationen. Energie, Dynamik, Bewegung charakterisieren seine Arbeiten – mit weitausladender Geste und schnellem Duktus setzt Jaxy Linien und Zeichen – man spürt förmlich den körperlichen Einsatz.
Zur aktuellen Ausstellung: Die raumgreifende Zeichnung „Runde Ecke“, 133 x 530 cm gross, ist gleichzeitig Namensgeberin der Ausstellung. Dabei handelt es sich um ein abstrahiertes Konstrukt aus der Rundung des Innenraums eines Londoner Wolkenkratzers. Diese Zeichnung wird In der Galerie räumlich um die Ecke gehängt, was eine zusätzliche Tiefenwirkung erzielt.
Daneben finden sich auch eine Vielzahl kleinformatiger Originalzeichnungen auf Büttenpapier. Diese thematisieren Architektur und technische Konstruktionen. Durch die Beschränkung auf Schwarz-Weiß-Töne erreichen auch die kleinsten Arbeiten eine beeindruckende Intensität und Kraft.
Nebst der dominierenden Farbgebung Schwarz-Weiss finden sich blaue Mobiles und Wandobjekte in Ultramarin, was so viel wie übers Meer bedeutet. Dargestellt werden dreidimensionale, grafische Abstraktionen von Wasserströmungen, wie etwa der Golfstrom oder das Okavango-Delta. Die Farbe setzt Jaxy dabei konzeptionell ein. Schon in der Antike wurde aus gemahlenem Lapislazuli dieses Blau hergestellt. Der Halbedelstein stammt ursprünglich aus Afghanistan und kam auf dem Landweg oder per Schiff zu den Häfen Europas. So schliesst sich der Kreislauf der Inspirationen, denn die Hafenlandschaften Bremens mit den Kränen, Schiffen und technischen Konstruktionen waren und sind bis heute prägend für den Künstler.
Bei Jaxys Arbeitsweise fällt das Spielerische auf. Fast leidet er unter Zeitmangel, alle seine Inspirationen in neue Werke umzusetzen, denn die Ideen scheinen nur so aus ihm herauszusprudeln. Dennoch darf man darüber hinaus nicht vergessen, dass es sich bei seinen Werken um eine hoch qualifizierte, künstlerische Arbeit handelt, die ohne eine jahrelange seriöse Ausbildung und Erfahrung in dieser Form nicht möglich wäre. Diese Leichtigkeit ist zweifelsohne eines der grossen Merkmale in Jaxys gesamtem Werk. So versteht er es, den Betrachter durch seinen Enthusiasmus für das Gesehene anzustecken.











